Nachbarschaftshilfe Dießen: Seit einem Jahr etabliert

Vorsitzenden
Der Ammersee Kurier sprach mit Sabine Krämer und Antoinette Bagusat über die Pläne und über die Bilanz nach 12 Monaten.

Dießen/Riederau – Seit über einem Jahr gibt es den Verein Nachbarschaftshilfe Dießen. An die Nachbarschaftshilfe können sich Menschen wenden, die Hilfe brauchen, weil sie sich nicht mehr selbst helfen können. Jetzt ziehen die Erste Vorsitzende Sabine Krämer und ihre Stellvertreterin Antoinette Bagusat Bilanz unter ihr erstes aktives Jahr. Wie ist der Verein angekommen, was wurde gut gemacht, wo sind noch Baustellen? Alois Kramer und Philipp Trouillier vom Ammersee Kurier sprachen mit den beiden Damen.

Frau Krämer, Frau Bagusat, wie bewerten sie den Erfolg der Nachbarschaftshilfe nach 12 Monaten?

Krämer: Im Laufe des letzten Jahres haben wir uns etabliert. Es gibt viele ältere Menschen, die unsere Hilfe wollen und auch schon in Anspruch genommen haben. Insgesamt haben wir es jedoch noch nicht ganz in das Bewusstsein der Bürger geschafft.

Bagusat: Vor allem bekommen wir Anfragen von älteren Menschen. Aber es sind auch Familien, alleinerziehende Mütter, die unsere Hilfe benötigen. Manchmal gibt es jedoch noch Hemmungen, uns anzurufen. Ist ja auch verständlich, die sagen sich ‚Ich bin mein ganzes Leben zurechtgekommen und jetzt auf einmal nicht mehr?‘. Viele trauen sich nicht uns anzurufen, weil sie sich nicht mehr selbst helfen können. Das ist fatal.

Wie kam es zu der Gründung der Nachbarschaftshilfe, die ja für Dießen und für Riederau zuständig ist?

Bagusat: In Inning gibt es schon seit vielen Jahren eine Nachbarschaftshilfe, die dort sehr erfolgreich ihre Arbeit macht. Nach deren Vorbild wollen wir das auch hier aufziehen.

Krämer: Wir alle, die bei der Nachbarschaftshilfe tätig sind, wollen mit unserer Arbeit der Gesellschaft etwas zurückgeben, weil wir nun die Zeit dafür haben. Man muss geben und helfen, wenn man das machen kann.

Angenommen, ich benötige jetzt die Hilfe bei einer Sache. Wie läuft das in der Nachbarschaftshilfe ab?

Krämer: Zur Zeit sind wir zwanzig Personen, die sich um die Belange der Bürger kümmern. Wir wechseln uns dabei ab mit dem sogenannten Dienst. Es gibt ein „Bereitschaftstelefon“, auf dem wir erreichbar sind. Dabei sind wir sehr flexibel.

Bagusat: Wir verstehen uns auch als Netzwerker und vermitteln und begleiten die Hilfesuchenden an andere Organisationen, zum Beispiel an Pflegedienste, Ärzte oder zur Jugendhilfe.

Und für welche Arbeiten werden sie dann herangezogen?

Krämer: Das ist ganz unterschiedlich. Manchmal sollen wir einkaufen, dann soll mal eine Birne angeschraubt werden. Hin und wieder werden wir auch gebeten, auf eine Katze aufzupassen, wenn jemand verreist. Manchmal geht‘s um kleine handwerkliche Tätigkeiten bis hin zum Holzaufschichten.

Sind Fahrdienste denn auch im Programm?

Krämer: Ja, dann müssen diejenigen, die den Fahrdienst anfordern, ein kleine Entschädigung als Kilometergeld entrichten. Die Fahrten gehen hauptsächlich in die umliegenden Krankenhäuser sowie zu Ärzten, aber auch zum Einkaufen.

Die Organisation innerhalb des Vereins, wie sieht die aus?

Krämer: Alle zwei Monate gibt es ein Teamtreffen in der Dießener AWO. Neu ist, dass seit dem 3. Februar im Erdgeschoss der Caritas in der Fischerei ein kleiner Treff ins Leben gerufen wurde. Die Idee und Organisation stammt von unserem Mitglied Sabine Tochtermann, die früher in der Nachbarschaftshilfe Inning engagiert war. Jeder darf kommen und bei einem Tee oder Kaffee etwas lesen, spielen oder nur diskutieren.

Bagusat: Wer bei uns Mitglied wird, gibt an, was er machen kann und will, allein danach richten wir uns. Wir erstellen mit all den angebotenen Leistungen dann eine Liste. Ruft einer an und fragt nach dem Fahrdienst, gehen wir die Mitarbeiterliste durch und schauen, wer sich dafür eingetragen hat. Es gibt ja auch so Dinge wie Getränkekisten schleppen. Das machen dann unsere Männer.

Würden Sie sagen, dass Ihr Verein bereits groß genug für die Gemeinde Dießen ist?

Bagusat: Es wäre schön, wenn sich noch ein paar Männer melden würden, da es ja auch Anfragen für technische Probleme gibt. Das sind Arbeiten, für die Männer geeigneter sind.

Wie werben sie denn die Mitglieder?

Krämer: Wir werben Mitglieder durch Infostände, zum Beispiel an der Markthalle oder bei „Dießen leuchtet“. Für dieses Jahr sind noch mehr Aktionen geplant. Es gibt zwei Möglichkeiten, unseren Verein zu unterstützen. Zum einen kann man selbst aktiv werden und den anderen Menschen helfen. Aber wir sind schon froh darüber, wenn Menschen uns finanziell unterstützen wollen. Unsere Webadresse ist nachbarschaftshilfe-diessen.de und die Telefon-Nummer 0152 – 59 89 60 61.

Und wie sieht die finanzielle Unterstützung konkret aus?

Krämer: Man kann uns bei der fördernden Mitgliedschaft mit einem Jahresbeitrag unterstützen, dessen Höhe man selbst festlegen kann. Wir bekommen auch Einmal-Spenden. Damit finanzieren wir uns größtenteils. Auch die Gemeinde steht unserer Arbeit sehr wohlwollend gegenüber. Wenn wir zum Beispiel Kopien brauchen, dann dürfen wir sie im Rathaus machen. Oder wir haben Fragen, was die Verwaltung angeht, dann können wir uns schon mal an Herrn Neugebauer wenden.

Frau Krämer, Frau Bagusat, wir bedanken uns für das Gespräch.

 

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