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Nachbarschaftshilfe auf Erfolgskurs

Halbjahresbilanz

Nach vier Jahren läuft der ehrenamtliche Service in Dießen gut

Ammersee Kurier, vom 4. Aug. 2017

Dießen – Es ist vier Jahre her, dass das ehrenamtliche Projekt der Nachbarschaftshilfe Dießen an den Start ging. Nun blicken die Leiterin, Sabine Krämer, und ihre Mitglieder zurück und freuen sich über die wachsende Nachfrage an Hilfeleistungen.

Das Leben ist nicht immer einfach: Davon kann etwa eine an Krebs erkrankte Rentnerin, die keine Familie vor Ort hat, ein Lied singen. Wie zum Onkologen kommen? Jedes Mal ein Taxi nehmen ist zu teuer, außerdem wünscht sie sich nicht nur einen Fahrdienst, sondern eine Begleitperson, die ihr in schweren Zeiten zur Seite steht. Aber auch in anderen Notfällen sind die freiwilligen Helfer zur Stelle. Denn für zahlreiche Menschen werden schon kleinste Tätigkeiten zur Herausforderung. Egal, ob es sich dabei um Hilfe beim Einkaufen, Gardinen aufhängen oder Blumengießen handelt – die ehrenamtlichen Helfer tragen dazu bei, die Lebensqualität der Hilfsbedürftigen zu verbessern.

Alltag bei der Nachbarschaftshilfe

So sieht eine typische Woche aus: Montag zwei Anrufe, ein Fahrdienst zur Klinik in Herrsching, eine Einkaufsfahrt für den übernächsten Tag. Am Dienstag ist Hilfe beim Schriftverkehr zur Beantragung eines Behindertenausweises gefragt. Zur Wochenmitte benötigt jemand dringend eine Kinderbetreuung über mehrere Tage und wird ans Kinderbüro vermittelt. Ein anderer möchte zum Hörzentrum begleitet werden. Am Donnerstag muss eine Anfrage für eine einwöchige Hundebetreuung abgelehnt werden, dafür findet sich aber ehrenamtliche Hilfe beim Holzstapeln. Am Freitag stehen eine Fahrt und Begleitung zum Arzt, Paketdienst und Blumengießen während eines Krankenhausaufenthaltes auf der Tagesordnung. Keiner ist zu einer bestimmten Aufgabe verpflichtet, jeder kann selbst entscheiden, welche Art von Hilfe er wann leisten will.

Mit der Entwicklung der Nachbarschaftshilfe ist der Verein sehr zufrieden. Teilweise gibt es bis zu fünf Einsätze pro Tag, im ersten Halbjahr 2017 hat die Nachbarschaftshilfe 152 Anfragen erhalten, das sind schon jetzt fast so viele wie im gesamten Vorjahr. Insgesamt wurden im ersten Halbjahr 2017 über 1.000 Kilometer im eigenen Auto zurückgelegt, davon gingen fünfzig Fahrten in die Kliniken nach Herrsching, Weilheim und Landsberg sowie zu den Ärzten vor Ort.

„Wir fahren aber nur im Umkreis von dreißig Kilometern, also nicht bis München“, erläutert die Leiterin. Dabei werden 0,30 Euro pro Kilometer berechnet und eine Pauschale von zwei Euro innerhalb des Ortszentrums. Bis zum Halbjahr wurden bereits 225 Stunden ehrenamtlich geleistet, die Bürozeiten nicht mitgerechnet. Da die Nachfrage und das Interesse an der Nachbarschaftshilfe seit dem vergangenen Jahr deutlich gestiegen ist, wünscht sich Sabine Krämer einen weiteren Zuwachs an Helfern. Sie benötigen selbst Hilfe? Dann scheuen Sie sich nicht und rufen unseren Bereitschaftsdienst (Montag – Freitag) unter Telefon 0152 – 59896061 an. Annemarie Apadula, Ute Bremer, Christiane Haines und Sabine Krämer bedienen abwechselnd das Bereitschaftshandy und kümmern sich gerne um Ihr Anliegen.

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